Mittwoch, 21. Mai 2014

Betriebliche Altersvorsorge durch Niedrigzins gefährdet

Die Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) sind durch den anhaltenden Niedrigzins gefährdet. Die Unternehmen suchen deshalb nach Lösungen und sehen Chancen für flexiblere Produkte mit reduzierter Garantie, wie eine Umfrage ergab.


Es sei nicht nur die anhaltende Niedrigzinsphase, die die Unternehmen und bAV-Anbieter zur Zeit umtreibe. Das Wiederaufkeimen der europäischen Staatsschuldenkrise, politische Entwicklungen im Ausland und die Krisen in den Emerging Markets seien weitere Schreckgespenster für die Branche. 

Das ergab eine Umfrage des Pensionsberaters Longial unter den rund 300 Teilnehmern der 15. Handelsblatt-Jahrestagung Betriebliche Altersversorgung, die Ende März in Berlin stattfand. 

Aufgrund der niedrigen Zinsen liegt für 54 Prozent der befragten Arbeitgeber die größte Bedrohung für die betriebliche Altersversorgung darin, so die Umfrage, dass die erwarteten Leistungen nicht aufrecht erhalten werden können. 33 Prozent der Unternehmen fürchten darüber hinaus eine noch stärkere Belastung der Unternehmensbilanzen durch die steigenden Pensionsrückstellungen. 

Innovationen gefragt 

Gefragt, wie lange die aktuelle Niedrigzinsphase noch anhalten werde, war sich die Mehrheit einig: 78 Prozent der Arbeitgeber gehen davon aus, dass diese auf jeden Fall noch vier bis acht Jahre dauern wird. Mit welchen anderen Mitteln und Produkten begegnet die bAV-Branche diesen aktuellen Herausforderungen? Sind Garantieprodukte hier eine Lösung? 

Auch diese sind – das jedenfalls meinen mehr als zwei Drittel der Befragten – stark belastet durch die widrigen Umstände des dauerhaften Niedrigzinses. Sinkende Garantien müssen demnach durch innovativere und attraktivere Leistungszusagen kompensiert werden. Rund die Hälfte der Arbeitgeber und Pensionsmanager meint, dass dazu mehr Flexibilität in Bezug auf die Einzahlungshöhe, die Laufzeit und die Entnahme der eingezahlten Gelder nötig sei.

Weitere Kompensationsmöglichkeit sehen 32 Prozent der Arbeitgeber in der Erweiterung des Leistungskatalogs (Erwerbsunfähigkeit, Pflege und Gesundheitsvorsorge), beziehungsweise 20 Prozent nennen eine neue, bedarfsgerechte Risikodeckung (Invalidität und Tod). Was ein modernes bAV-Konzept noch umfassen sollte, beantworteten die Arbeitgeber in Bezug auf jüngere und ältere Mitarbeiter. 

Verlustfreie Mitnahme für Jüngere wichtig

Für die Zielgruppe der jüngeren bAV-Anwärter sieht etwa die Hälfte der Befragten als wichtigstes Kriterium die verlustfreie Mitnahmemöglichkeit der bAV bei Arbeitgeberwechsel. Für die älteren Arbeitnehmer spiele hingegen die Flexibilität in der Auszahlungsphase die wichtigste Rolle, meinen 37 Prozent der Arbeitgeber.

In Zukunft, daran lasse das Umfrageergebnis keinen Zweifel, werden Arbeitszeitflexibilität sowie moderne Benefits-Pakete mit Gesundheitsmanagement, Krankenversicherung etc. eine bedeutende Rolle spielen, wenn es darum gehe, dem demografischen Wandel effektiv zu begegnen, so der Pensionsberater Longial. 70 Prozent der Anbieter und Arbeitgeber seien hier der gleichen Meinung gewesen. (ucy)

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