Dienstag, 16. Juni 2015

Erster Stresstest für EbAV gestartet

Die europäische Versicherungsaufsicht EIOPA hat mit den ersten europäischen Stresstest für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung begonnen. Die Pensionsfonds erlebten derzeit ein „herausforderndes Umfeld mit niedrigen Zinsen und steigender Lebenserwartung“, so Gabriel Bernardino, Vorsitzender der EU-Aufsichtsbehörde.


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ie Anbieter der betrieblichen Altersversorgung in Europa stehen aktuell im Mittelpunkt mehrerer Initiativen. So wird derzeit im Europäischen Parlament die Überarbeitung der Richtlinie über Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) diskutiert

Für grenzüberschreitend tätige EbAV sollen „aufsichtsrechtliche Hindernisse“ beseitigt, ein „gutes Risikomanagement“ gewährleistet und „klare und relevante Informationen für die Versorgungsanwärter“ zur Verfügung gestellt werden. 

Außerdem sollen die Aufsichtsbehörden über die notwendigen Instrumente zur wirksamen Beaufsichtigung der EbAV verfügen. Das geht aus dem Entwurf der Stellungnahme des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten hervor.

Zwei Marktszenarien, ein Langlebigkeitsszenario

Wie das Europäische Parlament zum Kommissionsvorschlag steht, wird sich wahrscheinlich erst in der zweiten Jahreshälfte zeigen. Parallel zur Debatte im EU-Parlament hat die EU-Versicherungsaufsicht EIOPA diesen Monat mit ihrem ersten Stresstest für EbAV begonnen

Neben den Stresstest führt EIOPA zeitgleich die zweite „Quantitative Untersuchung“ (QU) zur Solvenz von EbAV durch. In Deutschland sind hiervon Pensionskassen und Pensionsfonds betroffen. Vom Stresstest sind Unternehmen betroffen, die mindestens 50 Prozent des nationalen Marktes vertreten. 

Er wird in 17 europäischen Ländern durchgeführt. Bestandteil der Prüfung ist die Widerstandsfähigkeit („resilience“) der EbAV, ungünstige Marktentwicklungen und ein Langlebigkeitsszenario. So soll der Stresstest das Bewusstsein der Branche um ihre eigenen Risiken schärfen.

Die „ganzheitliche Bilanz“

Die zweite Quantitative Untersuchung bezieht sich auf die Konsultation zur Solvenz der EbAV, die EIOPA vergangenes Jahr durchgeführt hat. Hier geht es um das von EIOPA entwickelte „Holistic Balance Sheet“ (HBS), also um eine „ganzheitliche Bilanz“. 

„Es werden Daten für sechs verschiedene Beispiele möglicher Aufsichtssysteme auf Grundlage der HBS zu liefern sein“, zitiert die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e.V. (aba) aus einem Schreiben der BaFin. 

Pensionsfonds erlebten „ein herausforderndes Umfeld mit niedrigen Zinsen und steigender Lebenserwartung“, so EIOPA-Chef Gabriel Bernardino. Einen wunden Punkt der EbAV sieht Bernardino in einer lang anhaltenden Niedrigzinsphase in Verbindung mit einem Rückgang der Preise von Vermögenswerten aufgrund einer Neubewertung der Risiken an den Finanzmärkten. 

Beide Übungen laufen bis zum 10. August dieses Jahres. Im Dezember schließlich sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden. (ucy)

Dieser Artikel von mir erschien zuerst auf der Seite asscompact.de.

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